02.06.2013 11:00 Uhr
9. Sinfoniekonzert

 
FAMILIENKONZERTE
Die Historische Stadthalle wird zum Tatort, die Bühne zum Verhörzimmer.. weiterlesen

 

17.10.2011 | 20:00 Uhr
Stadthalle, Großer Saal

2. Sinfoniekonzert
 

Miriam Freymond, Horn
Toshiyuki Kamioka, Leitung

RICHARD STRAUSS
Tod und Verklärung op. 24

RICHARD STRAUSS
Konzert für Horn und Orchester Nr. 2 Es-Dur

RICHARD STRAUSS
Don Juan op. 20

RICHARD STRAUSS
Till Eulenspiegels lustige Streiche op. 28

Ohne Zweifel war Richard Strauss ein Bahnbrecher zwischen Spätromantik und Moderne. Bewundert von vielen Kollegen, abgöttisch verehrt vom Publikum. Die Hörer ließen sich von seinen Werken überrumpeln. Denn nicht zuletzt waren seine raffinierten Partituren neu und aufregend. Heute, gut 100 Jahre nach seinem Durchbruch als Orchester- und Opernkomponist um 1900, haben die Werke nichts von ihrer Kraft verloren. So gehören die Tondichtungen »Tod und Verklärung« (1888), »Don Juan« (1889) und »Till Eulenspiegel« (1895) immer noch zu seinen erfolgreichsten Werken. Sie zeigen die ganze Spannbreite seiner Kunst von tiefer Tragik zum ausgelassenen Schalk.

Ergänzt wird das Konzert durch Strauss' zweites Hornkonzert von 1942. Mitten im Zweiten Weltkrieg hat er das Spätwerk geschrieben und dachte dabei an seinen verstorbenen Vater, der einst Solo-Hornist der bayerischen Hofkapelle war. Die gleiche Position beim Sinfonieorchester Wuppertal hat seit 2009 die junge Schweizerin Miriam Freymond. Sie studierte an den Musikhochschulen in Basel und Stuttgart und wirkte bereits im Tonhalle-Orchester Zürich und im Orchester der Bayerischen Staatsoper.

Miriam Freymond nimmt an Solist in der Schule teil.
Konzerteinführung um 19 Uhr mit Prof. Dr. Lutz-Werner Hesse.

Lesen Sie hier ein Interview mit unserer Solo-Hornistin Miriam Freymond:

Endlich ist es soweit und die Warte- und Vorbereitungszeit unserer Solo-Hornistin Miriam Freymond hat ein Ende: Im 2. Sinfoniekonzert am 16./17. Oktober um 11/20 Uhr in der Historischen Stadthalle interpretiert Sie – erstmals als Solistin des Sinfonieorchesters Wuppertal – das 2. Horn-Konzert Es-Dur von Richard Strauss. Die junge Schweizerin, Jahrgang 1984, freut sich auf die gemeinsame Arbeitsphase mit „ihrem“ Orchester unter der Leitung des Chefdirigenten Toshiyuki Kamioka.

Dies ist ihr erstes Solo-Konzert mit dem Sinfonieorchester Wuppertal. Warum fiel Ihre Werkauswahl ausgerechnet auf das 2. Horn-Konzert von Richard Strauss?
Miriam Freymond: Als Hornistin ist einem besonders das 1. Horn-Konzert von Richard Strauss ein Begriff. Man studiert es schon früh während des Studiums und bereitet sich damit auf diverse Probespiele vor, die nach dem Studium folgen und bei denen es ein oft gehörtes und geprüftes Werk ist. In der Vergangenheit durfte ich es bereits mit dem Kammerorchester Basel spielen. Es reizt mich nun im 2. Horn-Konzert einen ganz anderen Strauss kennen zu lernen – denn er komponierte dieses im Alter von 78 Jahren, über 50 Jahre nach der Entstehung des Vorgänger-Werks. Dieses Werk ist wie eine Art Reminiszenz an sein Schaffen und der Solo-Part ist sehr eng mit dem Orchester verwoben. Aus diesem Grund freue ich mich besonders, mir das Konzert zusammen mit meinen Kollegen zu erarbeiten.

Sie sind nun seit rund zweieinhalb Jahren als Solo-Hornistin beim Sinfonieorchester Wuppertal. Was verschlägt eine Schweizerin in die Tanz-Stadt Wuppertal?
Ich stamme aus dem kleinen Dorf Magden in der Nähe des Rheins in der Region Basel. Mein Studium begann ich bei Prof. Christian Lampert an der Musikhochschule in Basel. Während meiner dortigen Studienzeit hatte ich zunächst eine Akademie-Stelle für ein Jahr am Opernhaus Zürich, von wo ich nahtlos nach Deutschland zum Pfalztheater Kaiserslautern engagiert wurde. Um meine dortige Anstellung als stellvertretende Solo-Hornistin auszufüllen und gleichzeitig mein Studium beenden zu können, wechselte ich an die Musikhochschule Stuttgart. Ich hatte das Glück dort beim gleichen Professor weiter studieren zu können. Von dort aus war es nur noch ein kleiner Sprung innerhalb Deutschlands nach Wuppertal.

Wie schwer fällt es einer Schweizerin, sich in Deutschland einzuleben?
Eigentlich sind die Unterschiede nach außen nicht sehr groß. Wir lernen in der Schule ja bereits das Schriftdeutsch, so dass es für mich keine Sprachprobleme gab. Trotzdem ist die Mentalität eine etwas andere. Die Schweizer reden gerne höflich, viel und langsamer und nehmen sich Zeit für umständliche Höflichkeitsfloskeln. Die Deutschen sind dagegen unheimlich direkt und sachlich. Dies wurde mir direkt bei meiner ersten Wohnungssuche deutlich. Aber ich habe mich inzwischen so sehr daran gewöhnt, dass ich mich in der Schweiz wieder dazu zwingen muss, mich wie eine typische Schweizerin zu verhalten. Dies sind für mich jedoch amüsante Kleinigkeiten – sonst hätte ich mich wohl kaum in einen Deutschen verliebt und ihn letzten Sommer geheiratet. Nun pendele ich zwischen Wuppertal und Karlsruhe, wo er als Tubist arbeitet – eine typische Musiker-Ehe eben.

Woran denken Sie besonders gerne während Ihrer Zeit beim Sinfonieorchester Wuppertal zurück?
Für mich war die Japan-Tournee 2010 natürlich ein besonderes Erlebnis. Nicht nur, weil ich zuvor noch nie die asiatische Kultur kennen gelernt habe, sondern auch, weil mir die Reise musikalisch unheimlich im Gedächtnis geblieben ist. Auf der einen Seite möchte man alles Neue aufsaugen und so viel Kultur, Essen und Eindrücke wie möglich aufnehmen, auf der anderen Seite ist man auf Grund des vielen Reisens und der vielen Konzerte in so kurzer Zeit unheimlich angespannt, erschöpft und müde. Für den Zusammenhalt des Orchesters war es von meiner Seite eine sehr reiche Erfahrung, da man sich über 2 Wochen beinahe 24 Stunden sieht, und wir zusammen die Balance fanden zwischen positiver Anspannung und höchster Konzentration bei den Konzerten und der Erfahrung einer neuen Kultur. Diese Tournee ein war ein unvergessliches Erlebnis, das natürlich leider durch die kurz danach geschehene Katastrophe auch in trauriger Erinnerung bleiben wird.

Miriam Freymond freut sich besonders auf ihren ersten Schulbesuch als Solistin, der als Vorbereitung auf ihr Konzert in einer Wuppertaler Schule stattfinden wird. Gemeinsam mit andern Musikern aus dem Wuppertaler Orchester hat sie schon öfters an Schulbesuchen teilgenommen. Der Reiz dieser Education-Arbeit besteht für sie darin, dass man einen Schulbesuch nicht planen kann. Jede Begegnung mit den Kindern verläuft auf eine unvorhersehbare Art und Weise anders. Sie ist auch dieses Mal wieder gespannt auf die zahlreichen Fragen und über das stets ehrliche und direkte Feedback der Kinder und Jugendlichen...

Das Interview führte Gianna-Vera Nett

 



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