1862 aus 18 Musikern hervor gegangen, feiert das Sinfonieorchester Wuppertal in dieser Spielzeit sein 150–jähriges Bestehen. Solisten und Dirigenten wie Clara Schumann, Josef Joachim, Johannes Brahms und Max Bruch gaben dem jungen Orchester die Ehre. Viele Dirigenten begannen in Wuppertal ihre musikalische Laufbahn – darunter bis heute weltbekannte Namen wie Erich Kleiber, Otto Klemperer, Hermann von Schmeidel und Hans Weisbach, der besonders als Bruckner–Spezialist internationales Ansehen gewann.
Heute ist das Sinfonieorchester Wuppertal als A–Orchester klassifiziert. Die 88 Musikerinnen und Musiker werden seit 2004/05 von ihrem Chefdirigenten Professor Toshiyuki Kamioka geleitet, zunächst in der Funktion des Generalmusikdirektors, seit 2009/10 als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter. Neben der Arbeit als Opernorchester spielt das Sinfonieorchester pro Saison über 40 Konzerte in seiner Heimatspielstätte, der Historischen Stadthalle Wuppertal am Johannisberg. Das Glanzstück des Jugendstils gehört zu den besten Konzertsälen Europas und verfügt über eine außergewöhnliche Akustik.

Das Wuppertaler Ensemble ist regelmäßig im In– und Ausland zu Gast. Neben jährlichen Gastspielen in Mailand stand die Saison 2007/08 erstmals im Zeichen einer großen Japan–Tournee. Das Sinfonieorchester Wuppertal spielte fünf ausverkaufte Konzerte in den beeindruckendsten Konzerthallen des Landes. In der Saison 2010/11 folgte eine umfangreichere und von den Japanern stark umjubelte Tournee durch das Heimatland von Toshiyuki Kamioka. Während der vierzehn Tage gastierte das Ensemble mit zehn Konzerten in neun Städten, darunter Tokio, Yokohama, Fukushima, Nagoya und Fukuoka. Im August 2011 gaben die Wuppertaler unter der Leitung von Toshiyuki Kamioka ihr Debüt im ausverkauften Amsterdamer Concertgebouw. Für die Interpretation von Brahms 1. Klavierkonzert konnten sie keinen Geringeren gewinnen, als den amerikanischen Ausnahmepianisten Tzimon Barto.

Die Diskographie des Sinfonieorchesters Wuppertal ist umfangreich. Neben einer mit dem ECHO–Klassik ausgezeichneten Rubinstein–CD (»Don Quixote«, Ballettmusik aus »Der Dämon« sowie Violoncellokonzert mit Alban Gerhardt) sind in jüngerer Zeit zahlreiche CDs unter der Leitung von Toshiyuki Kamioka erschienen, darunter Bruckners 7. Sinfonie, Tschaikowskys »Pathétique« sowie Mahlers 5. Sinfonie. Musikalisches Neuland betrat das Sinfonieorchester Wuppertal mit den Filmmusikaufnahmen aus der Werkstatt von Hans Zimmer. 2007 wurde die Musik für den Hollywood–Animationsfilm »Der kleine Dodo« eingespielt. Folgeprojekte waren 2008 der Dokumentarfilm »Tortuga« und der Animationsfilm »Mullewapp – Das große Abenteuer der Freunde«. 2011 spielte das Sinfonieorchester Wuppertal die Orchesterfilmmusik des mit dem Fernsehpreis ausgezeichneten Komponisten Andreas Schäfer zur Literaturverfilmung »Tom Sawyer« (nach dem Roman von Mark Twain) ein. Unter der Regie von Hermine Huntgeburth spielen in den Hauptrollen u. a. Heike Makatsch (Tante Polly), Benno Führmann (Indianer Joe), Joachim Król (Muff Potter) oder Peter Lohmeyer (Richter Thatcher).
Seit einigen Jahren widmen sich die engagierten Musiker des Sinfonieorchesters Wuppertal verstärkt der jungen Generation von Konzertbesuchern. Neben Schulkonzerten präsentiert sich das Ensemble besonders in Familienkonzerten als Orchester zum Anfassen. In Lehrer–Workshops sowie bei Schulbesuchen in Kammerbesetzung werden Schüler und Lehrer auf die Konzerte vorbereitet. Schulkonzert–Projekte, in denen Profis und Nachwuchsmusiker gemeinsam proben und ein Konzert aufführen, runden das umfangreiche Angebot ab. Bei den Aufführungen von »Bolero« (2007), »Carmen« (2008) und der »West Side Story« (2011) sprang der Funke nicht nur innerhalb des Orchesters über.
(Stand 10/2012)
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